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Soweit
nicht anders angegeben, handelt es sich um eigene Aufnahmen
Bild
52
Marktplatz nach 1945 (Zimmer, Ehemals, gestern und
heute, S. 50).

Bild
53
Marktplatz mit Rathaus und Stadtkirche, September
1998.

Bild
54
Plan des Marktplatzes mit den einzelnen Gebäuden.
Der Durchbruch der Ludwigstraße ist schraffiert (nach Haupt,
Baudenkmäler, Bd. 1, S. 59 und Beilage des Plans von J. M. Weiß
von 1799, vgl.: Bild 2).

Bild
55
Rathaus, Ecke von Treppenturm und Fassade, September
1998. Zu erkennen sind die unterschiedlichen Gesimshöhen.

Bild
56
Pädagog, Südseite, Vorkriegsaufnahme. Zu erkennen
am linken Nachbargebäude die Bögen der Stadtmauer. Die Mauer
verlief auch im Pädagog (bei verputzten Bögen) fort (Haupt,
Baudenkmäler, Bd. 2, S. 86).

Bild
57
Pädagog, September 1998.

Bild
58
Pädagog, Vorkriegsaufnahme der Nordseite aus den
30er Jahren (Deppert/-Häussler, Altstadt, S. 69).

Bild 59
Pädagog um 1800, Gemälde von Schnittspahn um 1870,
vermutlich nach einer Vorlage von Susemihl (Illgen, Biedermeier, S.
53).

Bild
60
Das ehemalige Gasthaus zur Goldenen Krone, im
Hintergrund die Laterne des Stadtkirchturms (August 1998).

Bild
61
Die Bebauung von westlicher und östlicher
Magdalenenstraße, August 1998. Beachtlich sind die Baumpflanzungen
der jüngeren Stadtplanung: Die Baudenkmäler werden verdeckt, die
monotone Blockbebauung ist frei zu bestaunen.

Bild 62a
Alte Vorstadt 1680 (Stadtplanungsamt, Vorstadt, S.
5, 12, 20, 28).

Bild
62b
Alte Vorstadt 1780 (Stadtplanungsamt, Vorstadt, S.
5, 12, 20, 28).

Bild
62c
Alte Vorstadt 1880 (Stadtplanungsamt, Vorstadt, S.
5, 12, 20, 28).

Bild 62d
Alte Vorstadt 1980 (Stadtplanungsamt, Vorstadt, S.
5, 12, 20, 28).

Bild
63a-d
Ansichtszeichnungen der Alexanderstraße in der
Alten Vorstadt um 1680, 1780, 1880 und 1980, Stadtplanungsamt,
Vorstadt, S. 2).

Bild
64
Ballonplatz mit der Rekonstruktion von Haus Nr. 3
und den sich anschließenden Neubauten 1995.

Bild 65
Fragment der Vorstadtmauer, ehemalige Schleuse des
Gefängnisses, September 1998.

Bild
66
Jägertor von Ernst August Schnittspahn, 1862 nach
alter Vorlage (Illgen, Biedermeier, S. 73).

Bild
67
Grundrisse
und Ansichten der Häuser der Alten Vorstadt.
Oben:
Die Häuser der ersten Bauphase (Fries, Denkmaltopographie, S. 81 -
nach Heinrich Winter; Haupt, Bd. 2, S. 85f).
Unten: Haus der
zweiten Bauphase. (Fries, Denkmaltopographie, S. 81 - nach Winter)
Mitte:
Grundrisse und Ansichten der Häuser der Alten Vorstadt
Hofgrundriss und Perspektive (Stadtplanungsamt,
Vorstadt, S. 9).

Bild 68
Magdalenenstraße Nr. 15, Januar 1992.

Bild
69
Magdalenenstraße Nr. 21, ursprüngliche
Fensterumrahmung, August 1998.

Bild
70
Magdalenenstraße Nr. 29 mit Dachaufstockung des 19.
Jahrhunderts, September 1998.

Bild 71
Rechts:
Alexanderstraße Nr. 25, Wiederaufbau mit nachempfundenem Giebel der
Birngarten-Epoche.
Mitte:
Alexanderstraße Nr. 27, Wiederaufbau mit vier Fensterachsen.
Links: Alexanderstraße Nr. 29 im nahezu ursprünglichen
Zustand (August 1998).

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Das 20. Jahrhundert: Vom
Ende der Residenzstadt zum Verlust der Altstadt
Der
Ausbruch des Ersten Weltkrieges am 1.8. 1914 veränderte das alltägliche
Leben. Im August 1918 wurde ein Haus im Woogsviertel durch Bombenabwürfe
zerstört, ein weiteres beschädigt. Nach dem Weltkrieg bestimmten
das Verschwinden von Hof und Garnison, die französische Besatzung
des westlichen Umlandes und die allgemeine Wirtschaftslage die
weitere Entwicklung der Stadt.
Zur
Behebung der Wohnungsnot entstanden einige Notwohnungen und vor
allem seit 1923 große Wohnblocks im Bahnhofsviertel, östlich der
Altstadt, im Soder- und im Martinsviertel, hier vor allem im Rhönring.
Dennoch genügten die von 1919 bis 1925 gebauten 2235 Wohnungen
nicht, da die Bevölkerung im gleichen Zeitraum von 82.368 auf
89.465 anstieg. Seit 1923 entstanden auch noch mehrere
Industriebauten.
Die
Weltwirtschaftskrise führte zu hoher Arbeitslosigkeit und zum
Konkurs zahlreicher Firmen. Die Auswirkungen waren besonders in der
Altstadt folgenreich. Trotz des Neubaus zahlreicher Wohnungen,
allein zwischen 1929 und 1932 entstanden 1500, verdichtete sich
zwischen den Kriegen die Altstadt zum sozialen Brennpunkt.
Die
Gewaltmaßnahmen der Nationalsozialisten haben auch in Darmstadt
ihre Spuren hinterlassen. In der Nacht vom 9. auf den 10. November
1938 brannten die Synagogen. Schon im März 1933 wurde, um Ruhe zu
erzwingen, eine große Durchsuchung in der Altstadt durchgeführt.
Bauliche "Altstadtgesundungsmaßnahmen", wie in Frankfurt
oder Kassel, hat es in Darmstadt kaum gegeben. Dafür entstanden außerhalb
der Altstadt einige Wohnblocks, die Heimstättensiedlung und die
Siedlung an der Windmühle. Ferner sind Kasernen und
Hochschulinstitute in der Alten Vorstadt und im Schlossgarten gebaut
worden.
Bis
zu den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges bot die Altstadt mit
459 Gebäuden um 1940,
trotz der starken Verdichtung und den Durchbrüchen, noch ein in
sich geschlossenes Bild. Von der Mauer standen noch zwei, einige
hundert Meter lange Teile aufrecht. Dazu kamen zahlreiche Fragmente,
die sich in Hinterhöfen erhalten hatten. Wenn diese Teile auch
verbaut und nicht frei sichtbar waren, so machten sie immerhin noch
etwa ein Drittel des ursprünglichen Mauerringes aus. Der
mittelalterliche Zustand war also im Stadtbild noch gut zu erkennen.
Insgesamt
waren 36 Bombenabwürfe auf Darmstadt zu zählen.
Der erste am 8.6.1940 richtete noch geringen Schaden an, traf die
Altstadt nicht. Ab 1943 sind gezielte Angriffe auf Darmstadt
geflogen worden. Am 23. September 1943 wurde dann vor allem die
Altstadt schwer getroffen. Zerstört waren das Quartier um die Insel
und der Glockenbau des Schlosses. Es waren 149 Tote und 278
Verletzte zu beklagen. 162 Gebäude wurden total und 210 schwer
beschädigt, insgesamt waren 1350 Wohnungen betroffen.
In
der Nacht vom 11. auf den 12. September 1944 wurde die Innenstadt
Darmstadts völlig zerstört. Dieser Angriff kostete mehr als 12.000
Menschen das Leben. Von den insgesamt 8401 Wohnungen der Innenstadt
waren 4064 vernichtet und 462 unbewohnbar. Die weite Innenstadt war
zu 78%. zerstört. Die Altstadt wurde - von zwei Gebäuden abgesehen
- vollständig zerstört, so dass die bisher verbaute Mauer wieder
zum Vorschein kam. Erst nach dem Krieg verheizte die Bevölkerung
noch vorhandene Holzteile der Türme und des Wehrgangs und
verwendete an einigen Stellen Steine als Baumaterial.
Auch
die Mollerstadt wurde schwer getroffen. Weniger beschädigt waren
Johannes- und Martinsviertel. Von der alten Vorstadt blieben
zahlreiche Häuser, vor allem im älteren Teil, stehen. Die
Industrieanlagen sind dagegen erst am 12.12. 1944 zerstört worden.
Lebten
1939 in Darmstadt noch 115.221 Einwohner, so waren es beim Einmarsch
der Amerikaner am 25.3.1945 nur noch 54.687.
Bis Ende 1945 sind die wichtigsten Straßen von Trümmern befreit
gewesen. Die ersten Straßenbahnen fuhren sogar schon im Oktober
1944 wieder.
Darmstadt verlor den Status der Hessischen Landeshauptstadt an das
vergleichsweise wenig zerstörte Wiesbaden, daher musste der Aufbau
einen Strukturwandel vollziehen. Industrie und Gewerbe wurden, zunächst
auf dem ehemaligen Exerzierplatz, angesiedelt. Wichtig war auch die
Beibehaltung der Hochschule. 1946 stieg die Einwohnerzahl wieder auf
76.266, und der Kaufhof eröffnete als erstes großes Geschäft noch
vor der Währungsreform.
Für
den Aufbau wurde 1945 eine Kommission unter Leitung von Karl Gruber
eingerichtet. Dieser legte für den Bereich der Altstadt ein Konzept
vor, das wie zuvor Wohnen und Gewerbe verband und alle wichtigen
Ruinen einbezog. Zur Wahrung der mittelalterlichen Stadtstruktur
sollte Neues mit Altem verbunden werden. So wäre ein neues
Stadthaus als Erweiterung des wiederaufgebauten Rathauses
entstanden. Diese Planungen wurden von wenigen Ausnahmen abgesehen,
wie der Aufbau der Stadtkirche, nicht umgesetzt, weil Gruber nicht
zum Oberbaudirektor berufen wurde.
Dagegen
sah ein 1947 von Joseph Tiedemann entworfener Bebauungsplan den
Abriss aller Ruinen, wie Stadtkirche, Schloss und Rathaus vor. Auch
die Ludwigssäule stand zur Disposition. Mehrere Verkehrsachsen
sollten die Stadt von Norden nach Süden durchziehen. Baumeister des Aufbaus
wurde dann aber ab Juni 1947 Peter Grund, der die Zerstörung als
"eine einmalige Gelegenheit, die notwendigen städtebaulichen
Eingriffe zu machen", betrachtete. Damit war
die Grundlage für die Zerstörung zahlreicher noch vorhandener,
wiederherstellbarer Baudenkmäler gelegt.
Entsprechend
sollte auch der Weiße Turm nach einem Stadtverordnetenbeschluss von
1947 als Verkehrshindernis abgebrochen werden. Er ist erhalten
geblieben, weil das Land Hessen als Eigentümer in diesem Falle den
Belangen der Denkmalpflege Rechnung trug und die Abbruchgenehmigung
verweigerte. 1949 wurde die Ruine gesichert und 1954 um ein Geschoß
erhöht, um die geplanten höheren Neubauten weiterhin zu überragen.
Die
beiden großen zusammenhängenden Stadtmauerzüge kamen mit der
Aufteilung des Altstadtgeländes, auch durch Enteignung, in
unterschiedlichen Besitz. Der östliche Teil mit Hinkelsturm blieb
im Eigentum der Stadt und wurde 1952 als Altstadtdenkmal in eine Grünanlage
einbezogen. Hierbei wurden Schäden im Mauerwerk ausgebessert, es
blieb aber das Erscheinungsbild einer Ruine - vor allem wegen des
dachlosen Turms - erhalten. Der nördliche Teil befand sich auf Gelände,
das dem Land Hessen für Hochschulbauten zur Verfügung gestellt
wurde. Hier zeigte das Land weniger Interesse am Denkmalschutz und
brach diesen Teil - entgegen damaliger Zusagen - bis auf die heute
noch verbliebenen Reststücke ab.
Währungsreform
und Grundgesetz legten die Grundlagen des zügigen Aufbaus. Bis 1954
waren insgesamt 23.709 Wohnungen fertig gestellt. Dennoch fehlten
noch immer 2000 Gebäude. Die Bevölkerung stieg von 100.000 im Jahr
1951, auch durch den Zuzug mehrerer tausend Flüchtlinge, auf
127.000 in 1957.
Der
Wiederaufbau des Schlosses begann ab 1946 mit dem Neuschloss. Dessen
Abbruch wurde nur anhand von Plänen diskutiert, konnte aber wegen
der dringend benötigten, noch gut zu nutzenden Räume nicht
umgesetzt werden. 1947 sind das Wallhaus und 1950 das Brückenhaus
instand gesetzt worden. Durch Spenden der Bevölkerung konnte 1951
der Turm mit dem Glockenspiel rekonstruiert werden. Noch nach der
Vollendung der Neuschlossflügel 1956, war die Wiederherstellung des
Altschlosses unsicher. Diese wurde 1957 mit ersten Planungen
eingeleitet, begann 1958/59 mit dem Glockenspielbau und war bis 1968
weitgehend fertig gestellt.
1951
wurde die Bebauung des Altstadtbereiches in Angriff genommen. Man
begradigte die Landgraf-Georg-Straße im Bereich der Altstadt,
nachdem die Altstadtsenke mit Trümmerschutt aufgefüllt worden war.
Eines der beiden stehen gebliebenen Altstadthäuser, die Metzgerei
Fuchs, ist dann nach 1958 abgebrochen worden. Die klassizistische
Ruine an der Stelle des ehemaligen Landgraf-Johann-Hauses fiel
bereits 1953. Damit ist die Goldene Krone das letzte Wohnhaus auf
dem Gebiet der ursprünglichen mittelalterlichen Altstadt.
Die
nördliche Altstadt, einschließlich des gesamten Birngartenbereichs
der Alten Vorstadt, wurde mit Hochschulgebäuden überbaut. Auch
hier sind zahlreiche wiederaufbaubare Ruinen abgebrochen worden.
Damit sind von der Alten Vorstadt nur noch Teile der ersten Bauphase
vorhanden. Die ursprüngliche kleinteilige Parzellierung fand bei
der Neubebauung keine Berücksichtigung. An Stelle des ursprünglichen
Siedlungskernes steht heute ein Heizkraftwerk, dessen Größe und
Monotonie jedes städtebauliche Maß sprengt. 1964 ist dann auch die
Bebauung des südlichen Altstadtbereichs um die Insel mit dem großen
Block des Liebighauses fertig gestellt worden.
Dem
Aufbau der Stadtkirche 1952/53 folgte 1954 der des Rathauses. 1949
bis 1959 ist auch das zwischen Schloss und Schlossgarten liegende
Landesmuseum instand gesetzt worden. Im Bereich der Neustadt wurden
die wenigen noch stehenden Gebäude oder aufbaubaren Ruinen gegen
den Einspruch des Landeskonservators beseitigt. Ab 1952 ist als
einziges Gebäude am Luisenplatz das Kollegienhaus wiederhergestellt
worden. Die restlichen Ruinen, zum Teil in besserem Zustand, brach
man ab. Auch hier machte sich der Unterschied zwischen Stadt- und
Landesbesitz bemerkbar. Die siebziger Jahre waren durch den
Theaterneubau und die Umgestaltung des Luisenplatzes mit Tunnel und
Luisencenter geprägt.
1979-1984
ist der Wiederaufbau des Pädagogs durch eine Bürgerinitiative
gegen die Abrisspläne der Stadt durchgesetzt und durchgeführt
worden.
Aber auch in den letzten Jahren sind einige unsensible Eingriffe in
das Stadtbild durch den Abbruch von Baudenkmälern und nicht geschützten
Altbauten zu verzeichnen gewesen.
Die Stadtmaueranlage um den Hinkelsturm ist, nachdem sie in den
letzten Jahren vernachlässigt wurde, inzwischen zu einem
Aussichtsturm mit Altstadtmuseum ausgebaut worden und wird vom
"Freundeskreis Stadtmuseum e.V." betreut.
Insgesamt
ist der Wiederaufbau Darmstadts unter städtebaulichen und
kulturhistorischen Gesichtspunkten äußerst kritisch zu betrachten.
Bedeutende Baudenkmäler wurden abgebrochen. Das Ergebnis des
Wiederaufbaus in Darmstadt sehen auch Durth und Gutschow als
"Verlust der Stadträumlichkeit", gerade im
Altstadtbereich.
Dies ist bedauerlich, denn "das Beste, was eine moderne Stadt
des 20. Jahrhunderts aufweisen kann, ist ihre mittelalterliche
Altstadt".
Dabei
hatten die Bürger ihren Willen, den gewachsenen Stadtraum zu
erhalten, schon 1951 mit den Spenden für das Glockenspiel und 1953
mit den etwa 18.000 Unterschriften für den Wiederaufbau des
Mollertheaters bekundet. Außerdem erfolgten schon 1953/55 Proteste
über Lärmbelästigung der "verkehrsgerechten" Stadt.
Landschaftszerstörung durch Zersiedelung und Grundwassergefährdung
durch Industrie standen Ende der sechziger Jahre zur Debatte.
Gegen
die massive Zerstörung des gewachsenen Stadtraumes durch eine
Schnellstraße im Martinsviertel kam es 1969 und 1972 zu Bürgerversammlungen.
Statt der Zerstörung forderte man die Sanierung alter Wohnviertel.
Als um 1980 die Planungen eingestellt wurden, war der Kernbereich
des Viertels bereits sehr zerstört. Bürgerinitiativen verhinderten
auch den Autobahnbau, der die Stadt vom Ostwald abgeschnitten hätte.
Zu
bedauern - so Deppert - ist auch der Abbruch der wiederaufbaubaren
Ruinen des Luisenplatzes in den fünfziger Jahren. Das dafür
entstehende Karstadt-Luisencenter rief schon bald Proteste hervor,
bei der Einweihung 1977 flogen Eier und Tomaten.
Auch Durth/Gutschow sprechen von einem "unwirtlichen
Kasten", der in einem "skandalösen Tauschgeschäft...
einem Investor zu kommerzieller Nutzung ...überlassen (worden ist).
Für Darmstadt spiegelt sich in diesem Ergebnis der wirkliche
Verlust an Geschichte zugunsten eines Konkurrenzvorteils im Kampf um
_Kaufkraftströme_".
Dass
die Grenzen des Erträglichen weit überschritten worden sind und
die Stadt stark an Wohnqualität verloren hat, zeigte sich Ende der
siebziger Jahre am Schwund der Einwohnerzahl. Betrug diese 1970 noch
141.224, so fiel sie bis 1975 wieder auf 137.523. Deppert schließt die
Geschichte Darmstadts im Jahr 1975 mit dem Hinweis, dass es in
Zukunft großer Anstrengungen bedarf, vor allem die Last der
Verkehrsprobleme befriedigend zu lösen.
Die
Abbrüche der Wiederaufbautzeit waren noch 1997 Anlass zu
politischer Auseinandersetzung: Der ehemalige Bürgermeister
Wolfgang Gehrke (CDU) warf der SPD-geführten Stadtverwaltung vor,
"Krieg gegen geschichtliche Denkmale" geführt zu haben
und noch immer zu führen. "Sozialistische Intoleranz gegenüber
feudalen Bauwerken" sei ausschlaggebend dafür gewesen, dass
"die Stadt Darmstadt und das Land Hessen in der Vergangenheit
wichtige historische Bauten verkommen ließen und dem Erdboden
gleichmachten". Abgesehen von der heute leider üblichen
parteipolitisch-polemischen Wortwahl ist die Wiederaufbau-Mentalität
in Darmstadt und vielen anderen deutschen Städten hier deutlich auf
den Punkt gebracht.
Erst
vor dem Hintergrund der Darmstädter Stadtgeschichte erschließen
sich die Baudenkmäler als deren Überreste. Die folgenden
Unterrichtsvorschläge betrachten die Altstadt im Ganzen und die
Baudenkmäler im Einzelnen.
Literatur
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Großstadt. Darmstadts Entwicklung in 900 Jahren (Schriftenreihe des
Instituts für Naturschutz Darmstadt, Bd. VII./2), 3. Auflage,
Darmstadt 1971.
Battenberg, Friedrich,
Von den Anfängen bis zum Ausbau der frühneuzeitlichen Residenz,
in: Eckhart G. Franz, Darmstadts Geschichte, a. a. O., S. 11-128.
Benz, Peter, Stellungnahme des Oberbürgermeisters
zu dem Aufsatz von Herrn Dr. Wolfgang Gehrke in Heft 1997/4, in: Schützt
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Die Darmstädter Altstadt. Originale - Genies - Lausbuben, Darmstadt
1992.
Diehl, Wilhelm und Schädel, Amalie,
Die Stadtkirche zu Darmstadt (neubearbeitet und ergänzt von
Heinrich Walbe), Darmstadt 1930.
Ebner, Fritz, Das alte Darmstadt vor
der Zerstörung. 114 Photographien ausgewählt und erläutert von
Fritz Ebner, 2. Auflage, Darmstadt 1965.
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Hessen. Landkreis Darmstadt-Dieburg, in: Landesamt für
Denkmalpflege Hessen (Hrsg.), Denkmaltopographie Bundesrepublik
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Franz, Eckhart G., Darmstadts Geschichte.
Fürstenresidenz und Bürgerstadt im Wandel der Jahrhunderte,
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Franz, Eckhart G., Vom Biedermeier in die
Katastrophe des Feuersturms, in: Eckhart G. Franz, Darmstadts
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1994.
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Laufe der Jahrhunderte - vom Verlauf, vom weiteren Ausbau, von Abriß
und Vergessen ... und vom Wiederauffinden; nebst einem Exkurs über
die Römer in Darmstadt, in: Stadt Darmstadt - Magistrat (Hrsg.),
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Darmstadts Altstadt im Modell, in: Stadt Darmstadt - Magistrat
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Häussler, Christian,
Darmstadts Stadtmitte im Historischen Vergleich (Drei Stadtpläne:
1939, 1986 und beide Kartenbilder in einem), Hrsg. von Schützt
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Haupt, Georg, Die Bau- und Kunstdenkmäler
der Stadt Darmstadt, Bd. 1: Textband (Die Bau und Kunstdenkmäler
des Landes Hessen), Darmstadt 1952.
Haupt, Georg, Die Bau- und Kunstdenkmäler
der Stadt Darmstadt, Bd. 2: Bildband (Die Bau und Kunstdenkmäler
des Landes Hessen), Darmstadt 1954.
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Herbig, Bärbel, Die Stadtmauer in der
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Zwei Jahrhunderte Krieg und Frieden, in: Eckhart G. Franz,
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gestern und heute. Eine Stadt im Wandel der letzten 60 Jahre mit
einer Einleitung von Eckhart G. Franz, Stuttgart 1981.
Zimmermann, Georg, Das Darmstädter Schloß
und seine Baugeschichte, Darmstadt 1978.
Franz, Biedermeier, S. 428ff.
Franz, Biedermeier, 429, 436, 440 (Bild 5); Fries,
Denkmaltopographie, S. 48.
Franz, Biedermeier, S. 445f; Wiest, Stationen, S.66.
Wiest, Stationen, S. 66; Franz, 455, 465, 470; Fries,
Denkmaltopographie, S. 48.
Wiest, Stationen, S. 161.
Fries, Stadtbefestigung, S. 43.
Fries, Denkmaltopographie, S. 49, stellt 35 Angriffe
fest.
Franz, Biedermeier, S. 475f; Schmidt, Brandnacht, S. 167;
Karten mit den Zerstörungsgraden in Deppert/Häussler,
Altstadt, S. 52, 54.
Franz, Biedermeier, S. 479. Der Wohnungsbestand für die
gesamte Stadt lag bei 34.990, von denen 10.350 völlig und 5.738
stark zerstört waren (Deppert, Wiederaufbau, S. 483, Schmidt,
Brandnacht, S. 172).
Deppert, Wiederaufbau, S. 483; Herbig, Nachkriegszeit, S.
46.
Franz, Biedermeier, S. 481.
Deppert, Wiederaufbau, S. 483 (Bild 5).
Deppert, Wiederaufbau, S. 483ff, 487ff. Bürnheim, Straßenbahn,
S. 32, 57ff gibt als frühesten Termin für erste Straßenbahnfahrten
nach dem Krieg den Februar 1945 an. Darmstädter Straßenbahn-Historiker
verweisen aber bereits - aus eigenem Erleben - auf spätestens
den Oktober 1944.
Deppert, Wiederaufbau, S. 494ff, 504 (Bild 5).
Deppert, Wiederaufbau, S. 503; Durth/Gutschow, Träume,
1988, S. 402; Fries, Denkmaltopographie, S. 50f. Dennoch wären
auch nach diesem Plan die beiden unbeschädigten Altstadthäuser
Zur Goldenen Krone und die Metzgerei Fuchs beseitigt worden.
Fries, Denkmaltopographie, S. 52; Franz, Biedermeier, S.
479. Dieser Plan - besser geeignet für eine neue Stadt im
freien Feld - war einer von mehreren eingereichten Vorschlägen.
Deppert, Wiederaufbau, S. 504 (ohne Quellenangabe).
Deppert, Wiederaufbau, S. 506; Fries, Denkmaltopographie,
S. 84.
Herbig, Nachkriegszeit, S. 46ff.
Deppert, Wiederaufbau, S. 520ff (Bild 5).
Deppert, Wiederaufbau, S. 525; Zimmermann, Schloß, S.
73ff.
Deppert, Wiederaufbau, S. 509, 520; Deppert/Häussler,
Altstadt, S. 10.
Fries, Denkmaltopographie, S. 53; Durth/Gutschow, Träume
1988, S. 401; Deppert, Wiederaufbau, S. 509ff, 520ff.
Deppert, Wiederaufbau, S. 521ff, 532ff; Fries,
Denkmaltopographie, S. 96.
Schon 1975 hat eine Bürgerinitiative die Sanierung des
Bessunger Forsthauses gegen den Abbruch durchgesetzt (Deppert,
Wiederaufbau, S. 536ff).
Die bedauerlichsten Abbrüche (in Klammern: Fries,
Denkmaltopographie) der neunziger Jahre waren neben anderen der
Güterschuppen des Ostbahnhofes, der Poststeg
und das alte Stellwerk des Hauptbahnhofes (S. 561), der
Arheilger Bahnhof (S. 604) und das 1591 (!) erbaute Fachwerkgehöft
Heidelberger Landstraße 267 (S. 629).
Die größten Verluste des "Wiederaufbaus"
waren: Birngartengelände der Alten Vorstadt, Kleines Haus
(Renaissance - Theater), Alexander-Palais, Ständehaus, Kasino,
Marstall und um 1970 das von Moller und Heger erbaute Gefängnis,
das den Krieg unbeschadet überstanden hatte.
Durth/Gutschow, Träume, 1988, S. 401.
Engel, Deutsche Stadt, S. 11.
Deppert, Wiederaufbau, S. 509, 514f, 522ff.
Deppert, Wiederaufbau, S. 528ff. Diese sowie 19 weitere
"Sanierungsmaßnahmen" in anderen hessischen Städten
sind nachzuschlagen in: Fritz-Vietta, Stadterneuerung in Hessen,
S. 79ff.
Deppert, Wiederaufbau, S. 526, 539.
Durth/Gutschow, Träume, 1988, S. 402.
Deppert, Wiederaufbau, S. 532, 536 (Bild 5).
Deppert, Wiederaufbau, S. 539f.
Gehrke, Marktfrevel, S. 146; vgl. hierzu: Benz,
Stellungnahme, S. 164f und Darmstädter Echo vom 20.12.1997, S.
13.
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