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Soweit
nicht anders angegeben, handelt es sich um eigene Aufnahmen
Bild
16
Der Hinkelsstein vom
Hinkelsturm gesehen, September 1998. Die rote Linie zeigt den
ehemaligen Verlauf der Gebäudefront.

Bild
17
Herrenbau, Paukergang und Kirchenbau vom Kirchenhof
aus Richtung des Kaisersaalbaus gesehen, August 1998.

Bild
18a-d
Die Entwicklung von der Wasserburg bis zum Schloss
im Grundriss (Zimmermann, Schloss, S. 14f).




Bild
19a
Der Grundriss des Schlosses in der Vorkriegszeit
(Zimmermann, Schloss, S. 65f).

Bild
19b
Der Grundriss des Schlosses in der Nachkriegszeit
(Zimmermann, Schloss, S. 65f).

Bild
20a
Kaisersaalbau mit fünf Fensterachsen nach der Zerstörung
im Jahr 1955 (Zimmermann, Schloss, S. 118)

Bild
20b
Kaisersaalbau nach dem Wiederaufbau mit sechster
Fensterachse. Die Ecke zwischen Kaisersaalbau und Kirchenbau zeigt
deutlich unterschiedlich hohe Fenster (August 1998).

Bild
21
Baustelle im 14. Jahrhundert (Herbig, Mittelalter,
S. 31).

Bild
22
Rekonstruktion der Darmstädter Stadtmauer von
August Buxbaum, 1927 (Deppert/Häussler, S. 35).

Bild
23
Sternschanzenfestung, Plan von 1663. Die
Proportionen sind ungenau (Haupt, Baudenkmäler, Bd. 2, S. 32).

Bild
24a
Hinkelsturm von Westen. Zu erkennen sind die Fugen
der nachträglichen Vermauerung der ehemals offenen Stadtseite
(August 1998).

Bild
24b
Burg Frankenstein als Schalenturm (Herbig,
Mittelalter, S. 30).

Bild
25
Längslaufende Baunaht im oberen Drittel der
Stadtmauer, August 1998.
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Erste
Stadterweiterung: Die Alte Vorstadt
War
die Stadt 1567 beim Regierungsantritt Georgs I. noch von den
Auswirkungen des Schmalkaldischen Krieges geschwächt, so
brachte die neue Funktion als Residenz mit neuer Verwaltung,
baulicher Aufwertung und Erweiterung wirtschaftlichen
Aufschwung. Erste Zünfte schlossen sich zusammen. Die Finanzen
waren am Ende der Regierungszeit Georgs geordnet.
Die
Einwohnerzahl gibt Battenberg beim Regierungsantritt Georgs mit
239 Bürgern bei insgesamt 1150 geschätzten Einwohnern an.
Hinzu kamen etwa 60 Hofbedienstete, die zum Teil mit ihren
Familien am Hofe lebten. Für 1595 errechnet Battenberg die
Einwohnerzahl auf wieder etwa 1600. Zusätzlich waren etwa 220
Hofbedienstete, teilweise mit Familien, in Darmstadt, so dass
die tatsächliche Einwohnerzahl über 2000 gelegen haben dürfte.
Gerade der Anstieg der Zahl an Hofbediensteten macht die
Entwicklung Darmstadts zur Residenz deutlich.
Die
neue von Kassel abgetrennte Darmstädter Behörde knüpfte an
den Katzenelnbogner Oberamtsmann an. Neu hinzu kam der Kanzler.
Ein Kabinett gab es noch nicht, wichtige Entscheidungen traf
Georg allein. Ab 1568 regelte eine neue Hofordnung die
Beziehungen der Hofbediensteten nach außen und untereinander.
Hof- und Stadtverwaltung bildeten rechtlich, administrativ und
kirchlich zwei eigenständige Bereiche, wobei der deutlich stärkere
Anteil auf der Hofverwaltung lag.
Georg
I. plante eine Zentralisierung der Gerichtsbarkeit; auch in
Darmstadt war diese Zeit von Hexenprozessen überschattet. Er
legte die Grundlagen für das städtische Schulwesen, es bestand
eine Art von Schulpflicht. Schulneubauten entstanden, und ab
1594 wurden Waisenkinder im Schloss unterrichtet.
.
Die
Pestwelle am Ende der Regierung Georgs I. machte die
Notwendigkeit der öffentlichen Gesundheitsfürsorge deutlich.
1592 wurde daher ein städtisches Armenhaus eingerichtet.
Unter
Georg I. blieb Darmstadt von Kriegen verschont. Gegen die Plünderung
durch vorbeiziehende Truppen ist nach 1571 eine Umgehungsstraße
im Westen der Stadt angelegt worden. Man hatte auch immer wieder
versucht, die Verteidigungsanlagen besser zu sichern. So wurden
Vorwerke, bastionsähnliche Erdwälle mit zusätzlichen Mauern
und Gräben angelegt und vor allem regelmäßige Musterungen
abgehalten, aber dies genügte bei weitem nicht.
Unter
der Regierung Georgs I. veränderte sich das Stadtbild
nachhaltig. Baumaßnahmen des Hofes und der Stadtverwaltung
gestalteten Plätze um und erweiterten die Stadt großzügig. Es
entstanden zahlreiche neue Gebäude für die Hofhaltung. Wichtig
für die weitere städtebauliche Entwicklung Darmstadts zur
modernen Residenzstadt war die ab 1590 begonnene
Stadterweiterung. Sie war auch Vorbild für die
Marktplatzumgestaltung ab 1596 und bestimmte das Bauen in der
Landgrafschaft. Diese geplante Vorstadt nordöstlich der
bisherigen Stadt war für die notwendige Hofbeamtenschaft
gedacht. Einige Bauplätze wurden auch an städtische Bürger
vergeben.
Die
Anlage der Vorstadt konnte erst unter den Nachfolgern vollendet
werden, den Weiterbau hatte Georg I. in seinem Testament
empfohlen. Wegen der Kriege zogen sich die Arbeiten fast hundert
Jahre hin. Die Vorstadt entstand in zwei Bauabschnitten. Ein
erster folgte ab 1590 der Magdalenenstraße (Bild 62a). Haupt
geht davon aus, dass dieser zunächst bis zur Nordseite des
Ballonplatzes provisorisch ummauert und mit dem mittleren
Arheilger Tor geschlossen worden ist.
1601 ist das Gelände der Magdalenenstraße aber schon bis zum
Sprentzentor
ummauert gewesen. Bis 1621 waren die letzten Grundstücke
vergeben, 1627 der Torbau eingeweiht.
Der
zweite Abschnitt im Bereich des Birngartens - die heutige untere
Alexanderstraße - konnte wegen des Dreißigjährigen Krieges
erst 1672 begonnen und 1687 abgeschlossen werden (Bild 62b).
Erst damit war die Vorstadt ein fertiger Stadtteil, der mit der
ursprünglichen Stadt stückweise verbunden wurde. Rechtlich
galt die Vorstadt der bisherigen Stadt als gleichgestellt,
bildete dennoch ein Gegengewicht zu deren bürgerlicher
Struktur.
Bau
und Art der Vorstadt waren in städtebaulicher und sozialer
Hinsicht sehr fortschrittlich. Um den Ausbau voranzutreiben,
erhielten Bauwillige Grundstücke kostenlos und wurden für zehn
Jahre von den Grundlasten befreit. Auch höhere Beamte hatten
den gleichen Wohnraum zur Verfügung. In einigen der größeren
Häuser mit drei Fensterachsen (Bild 67) waren die Diensträume
untergebracht.
Haupt
vergleicht die Darmstädter Stadterweiterung mit der Hanauer
Neustadt. Für die Anlage gab es eine verbindliche Bauordnung,
die Grundstücksparzellen waren einheitlich zugeschnitten. Auf
jedem Grundstück stand ein giebelständiges Vorderhaus, das
durch eine Mauer mit Toreinfahrt mit dem Nachbarhaus verbunden
war. Für die sich an der Schlossarchitektur orientierende Straßenfassade
war Stein vorgeschrieben, die restlichen Wände wurden in
Fachwerk ausgeführt. Die entstandenen Hofreiten entsprachen
einem kleinen Bauernhof. An das Vorderhaus schlossen sich
Stallgebäude, Scheune und ein Garten an, der von der neuen
Stadtmauer abgeschlossen wurde (Bild 67).
Um
die Stadterweiterung baute man bis 1675 eine Mauer nach dem
alten unzureichenden System. Diese war jedoch nicht nach allen
Seiten mit einer doppelten Zwingermauer versehen, dennoch legte
man auch Vorwerke an. Stadtmauern dieser Art waren im 17.
Jahrhundert für die militärische Verteidigung unzureichend.
Sie grenzten in erster Linie den städtischen Rechtsbereich ab
und dienten der allgemeinen Sicherheit. Nicht zuletzt stellten
sie auch ein Zeichen der städtischen Selbstbehauptung dar.
Bereits
ab 1587 vergrößerte der Abbruch eines vor dem Schloss
stehenden Häuserblocks den Marktplatz, so dass dieser bis heute
im Norden vom Schloss und im Süden vom Rathaus begrenzt ist.
Eine Bauordnungs-vorschrift regelte ab 1596 die an der
Schlossfassade orientierte Gestaltung, um den Marktplatz auch
architektonisch zu einem Vorhof auszugestalten (Bild 45). Die
Fassaden glichen denen der Vorstadt, wenngleich die Anordnung
der Gebäude so erfolgte, dass immer zwei Tordurchfahrten
beieinander lagen, die überbaut werden durften.
Georg
I. führte den Ausbau des Schlosses zur Residenz fort (Bild
18b). Er ließ den Herrenbau nach Nordwesten erweitern, weitere
Schlossflügel erbauen und 1585 einen eigenen Bau für die
Kanzlei-Regierung errichten. Einerseits wurden die Fassaden nach
außen geöffnet, andererseits die militärischen Sicherungen
verbessert. Die nördlichen Wallmauern sind verstärkt, der
Schlossgraben ist tiefer ausgehoben worden. Es entstand der
Walltunnel als nördlicher Ausgang.
Im
letzten Regierungsjahr Georgs sind anlässlich seiner zweiten
Heirat die Grundsteine für den Kirchen- und den Kaisersaalbau
(Bilder 18b, 20a und b), die den Kirchenhof nach Süden und
Osten abschlossen, gelegt worden. Insgesamt wendete Georg I.
allein für das Schloss einen Betrag von 7000 Gulden auf. Damit
sind die wesentlichen Elemente des heute noch stehenden
Altschlosses fertig gestellt gewesen. Außerdem wurde der
Schlossgarten im Norden erweitert. Grundlage für spätere repräsentative
Gestaltung vor allem der Marktfassade war die Verlegung der im südlichen
Schlossbereich konzentrierten Wirtschaftsgebäude in den Bereich
der späteren Vorstadt. Somit war Platz für Kanzlei, Zeughaus
und Marstall, der Schlossbereich konnte besser geordnet werden.
Ludwig
V. hat nach dem Tod Georgs I. im Jahre 1596 viele Projekte zu
Ende führen lassen. Von 1598 bis 1601 entstand an Stelle des
erst 1569 fertig gestellten Fachwerkrathauses (Bild 44) der
heute noch stehende repräsentative steinerne Neubau (Bild 53).
Zum Teil wurden die alten Grundmauern verwendet. Für die Ausführung
war der Hofbaumeister Jakob Wustmann zuständig, da das
Interesse des Landesfürsten an der baulichen Entwicklung der
Stadt groß war.
Mauer
und Wall des ersten Teils der Vorstadt waren schon um 1601 bis
auf das Sprentzentor fertig gestellt (Bild 62a). Unter Ludwig
ist Baumaterial größtenteils kostenlos oder vergünstigt zur
Verfügung gestellt worden. 1606 war dann der Ballonplatz,
Grundlage für den Weiterbau zum Schloss, fertig. Dieser wurde
im Süden und Osten von je vier dreiachsigen Häusern, im Westen
von der Mauer des Bauhofes und im Norden von drei Häusern mit
zwei Fensterachsen eingefasst. Obwohl die Wirtschaftslage auch
noch nach dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges 1618 gut
war, wurde der Weiterbau erst 1621 geplant, konnte dann aber
nicht mehr ausgeführt werden.
Trotz
der Erstürmungen im 16. Jahrhundert verließ man sich auf die
herkömmliche Bewachung und die veraltete Mauer. Erst 1622 waren
die Kriegsauswirkungen in Darmstadt zu spüren. Der Mansfelder
Truppendurchzug richtete großen Schaden in den Dörfern der
Umgebung an, verschonte aber Darmstadt selbst weitgehend. Diesem
ersten Einbruch des Krieges schloss sich wieder eine kurze Zeit
des Friedens an, in der die Einwohnerzahl Darmstadts stieg, auch
weil viele Menschen Zuflucht in der Stadt suchten.
Nach
dem Tod Ludwigs im Jahr 1626 setzte Georg II. die Politik seines
Vaters fort. Durch die wieder stabile Wirtschaftslage konnte
1627 der erste Abschnitt der Vorstadt mit Pflasterung der Straßen
und Errichtung des Sprentzentors abgeschlossen werden. Ebenso
wurde 1627 nach testamentarischem Wunsch das Pädagog von
Seifrid Pfannmüller gebaut (Bild 59). Dieses erste Gymnasium
diente der Vorbereitung auf die Universität. Wolf vermutet,
dass das Pädagog auf den Grundmauern des ehemaligen Wohnhauses
des Frankensteiner Hofes entstand und dessen Treppenturm
einbezog. Dafür spricht die unregelmäßige äußere
Gliederung, auf die auch Haupt hinweist. Zudem steht die Rückwand
des Pädagogs auf der Stadtmauer, die schon vom Frankensteiner
Hof überbaut wurde (Bild 56).
1628
bis 1631 erhielt der baufällige Stadtkirchturm statt des
spitzen Helms ein zusätzliches Stockwerk und eine welsche Haube
nach holländischem Vorbild (Bild 39). Am Schloss ist 1629 der
Kanzleibau erweitert worden. Bautätigkeit auch in der Altstadt
führte zur allmählichen Verdichtung.
Ab
1628 sind organisatorische Maßnahmen zur besseren Verteidigung
der militärisch ungeeigneten Mauer getroffen worden. So
verhandelten Regierung und Stadt über neue Torwachen und
Wachgelder und forderten vom Stadtrat, die Feuerlöschgeräte in
Stand zu halten.
Mit
der Landung des Schwedenkönigs Gustav Adolf am 6.7.1630 in
Pommern begann eine neue Phase des Krieges, von der auch
Darmstadt bis zum Westfälischen Frieden 1648 schwer betroffen
wurde. Während Georg II. Darmstadt in Richtung der Festung Gießen
verließ, strömten vom Land zahlreiche Menschen in die
befestigte Stadt. Im Winter 1632/33 brach in Darmstadt eine
Pestepidemie aus, der Wochenmarkt wurde wegen der
Ansteckungsgefahr außerhalb der Stadt abgehalten. Bis 1635
waren 2200 Opfer zu beklagen.
1635
ist Darmstadt für einige Wochen von Franzosen kampflos
eingenommen und besetzt gehalten worden. Einquartierungen, auch
im Schloss, richteten großen Schaden an. Die Dörfer der
Umgebung wurden angesteckt und geplündert. Zahlreiche Bewohner
flüchteten in die Stadt. Da die Ernten vernichtet und das Vieh
getötet waren, kam es zu einer anhaltenden Hungersnot, deren
Auswirkung noch in den folgenden Jahren zu spüren war. 1639
besetzten kaiserliche und bayrische Truppen die Stadt, richteten
aber weit weniger Schaden an. Die Friedensverhandlungen von 1644
führten wegen Erbstreitigkeiten zwischen Darmstadt und Kassel
um die Gebiete der ausgestorbenen Linien von Marburg und
Rheinfels zur Verlängerung des Kriegs um drei weitere Jahre. Ab
1648 kehrte dann auch in Darmstadt Frieden ein und die Kriegsschäden
wurden aufgeräumt.
Die
Auswirkungen des Krieges auf die Bevölkerung sind an den Zahlen
abzulesen: Waren 1631 noch 320 Bürger verzeichnet, die auf etwa
1800 bis 2000 Einwohner schließen lassen, so ist deren Zahl
1648 auf nur noch 171 Bürger und 31 Witwen gefallen. 1651 war
mit 221 Bürgern und 26 Witwen wieder ein Anstieg zu
verzeichnen. Insgesamt hielten sich
die Zerstörungen des Krieges in Darmstadt in Grenzen. Viele
umliegende Dörfer sind dagegen völlig zerstört worden. Größere
Aufbauarbeiten wurden an der außerhalb liegenden Ziegelhütte
vorgenommen. Wegen den Aufbauarbeiten leistete die Stadt
Widerstand, wenn sie zu fürstlichen oder kirchlichen Baumaßnahmen
beitragen sollte. 1649 wurde Darmstadt als Sitz der Universität
vorgeschlagen, da Marburg an Kassel gefallen war.
Nach
dem Tode Georgs II. 1661 trat Ludwig VI. (1661-1678) die
Regierung an. In dieser Zeit des Friedens waren wieder größere
Baumaßnahmen möglich, der Wohlstand stieg. 1662 bis 1671
entstand im Schloss der heute noch stehende Glockenbau als neuer
repräsentativer Wohntrakt. 1671/72 kam der ebenfalls noch heute
stehende Prinz-Christians-Bau als Verbindung zwischen
Kaisersaalbau und Kanzlei hinzu
(Bild 18d).
Die
Kriegsspannungen seit dem Beitritt zur Rheinischen Allianz im
Jahre 1659 ließen Ludwig Planungen zum Ausbau Darmstadts zur
Sternschanzen-Festung ausarbeiten, die jedoch nicht ausgeführt
werden konnten (Bild 23). Um 1675 sind dann aber Jäger- und
Sprentzentor instand gesetzt worden. Wieder versuchte man einen
Schutz durch den Ausbau der militärisch inzwischen völlig
unzulänglich gewordenen Stadtmauer zu erreichen. Die
Vorstadtmauer wurde mit der bis dahin fehlenden äußeren Mauer
und weiteren Türmen vervollständigt.
Auch
die Fertigstellung der Vorstadt durch den zweiten Bauabschnitt
ist mit dem Dekret vom 1.3.1672 vorbereitet worden. Wegen der
Kriegsgefahr begannen die Baumaßnahmen dann aber erst nach dem
Tode Ludwigs VI. im April 1678.
Da auch dessen Nachfolger wenige Monate später starb, übernahm
zunächst Elisabeth Dorothea die Regierungsgeschäfte für den
erst zehnjährigen Landgrafen Ernst Ludwig. Unter ihrer
Regentschaft wurden das Schiff der Stadtkirche ab 1685
verbreitert und 1687 die Bebauung der Vorstadt abgeschlossen.
Als 1688 Ernst Ludwig die Regierung übernommen
hatte, drohte wegen der Pfälzer Erbansprüche neue
Kriegsgefahr, so dass man wieder nach Gießen auswich. Die französischen
Besatzer planten bereits im Februar 1689, die gesamte Darmstädter
Befestigung schleifen zu lassen, obwohl diese nur noch von
geringer militärischer Bedeutung war. Aber erst mit dem Angriff
von 1693 sind Teile der um den Weißen Turm liegenden Stadtmauer
und der Burgfried im Schloss abgebrochen worden. Einige Gebäude
wurden durch die Angriffe zerstört. Darmstadt ist einer völligen
Verwüstung, wie sie Zwingenberg oder Städte der Pfalz
erlebten, wohl nur knapp entkommen.
Battenberg, Anfänge, S. 74; Haupt, Baudenkmäler,
Bd. 1, S. 15.
Battenberg, Anfänge, S. 59, 98. Den angenommenen
1600 Einwohnern liegen 265 registrierte Bürger und 38
Witwen zugrunde. In den folgenden beiden Jahren (1596/97)
starben allerdings rund 200 Menschen an der Pest. Ein sehr
viel stärkeres Anwachsen der Einwohnerzahlen ist bei
Zimmermann, Schloß, S. 18, festzustellen. Er gibt die
Einwohnerzahlen für 1569 mit 234 und 1500 für das Jahr
1600 an. Allerdings dürfte hier eine Verwechslung der Bürger-
und Einwohnerzahl für 1569 vorliegen. Zur
Einwohnerentwicklung siehe Bild 5.
Battenberg, Anfänge, S. 74ff.
Battenberg, Anfänge, S. 77, 80ff.
Battenberg, Anfänge, S. 85f.
Fries, Stadtbefestigung, S. 37; Battenberg, Anfänge,
S. 77ff.
Battenberg, Anfänge, S. 86, 90; Fries
Denkmaltopographie, S. 26; Haupt, Baudenkmäler, Bd. 1, S.
63ff.
Haupt, Baudenkmäler, Bd. 1, S. 64.
Andere Bezeichnungen waren auch "vorderstes
Arheilger Tor" und später "Sporertor" (Wolf,
Jahrhunderte, S. 146).
Wolf, Jahrhunderte, S. 134, 146. Haupt, Baudenkmäler,
Bd. 1, S. 66, gibt das Sporertor schon 1601 mit der
Ummauerung als fertig an.
Battenberg, Anfänge, S. 90; Wolf, Jahrhunderte, S.
134, 197.
Haupt, Baudenkmäler, Bd. 1, S. 63ff.
Haupt, Baudenkmäler, Bd. 1, S. 63f;
Stadtplanungsamt, Alte Vorstadt, S. 8f. Der erste
Bauabschnitt (Magdalenenstraße) erhielt die Fachwerkseitenwände
erst ab dem Obergeschoß, im zweiten Abschnitt (Birngarten/
untere Alexanderstraße), setzte das Fachwerk schon auf
einem Kniestock an.
Fries, Stadtbefestigung, S. 36.
Battenberg, Anfänge, S. 88ff; Haupt, Baudenkmäler,
Bd. 1, S. 59f. Haupt gibt einen Lageplan von vor der
Umgestaltung durch Georg I. wieder.
Battenberg, Anfänge, S. 86, Zimmermann, Schloß, S.
18ff.
Battenberg, Anfänge, S. 86ff, Zimmermann, Schloß,
S. 18ff.
Wolf, Jahrhunderte, S. 134ff.
Haupt, Baudenkmäler, Bd. 1, S. 65f; Wolf,
Jahrhunderte, S. 134, 206.
Wolf, Jahrhunderte, S. 139ff.
Wolf, Jahrhunderte, S. 144ff; Haupt, Baudenkmäler,
Bd. 1, S. 41, 111.
Wolf, Jahrhunderte, S. 146ff.
Wolf, Jahrhunderte, S. 152, 155ff.
Wolf, Jahrhunderte, S. 158ff.
Wolf, Jahrhunderte, S. 154, 176, 184ff. Spätestens
seit 1611 sind auch Juden in der Stadt verzeichnet, die
nicht in einem eigenen Viertel lebten (Wolf, Jahrhunderte,
S. 137).
Wolf, Jahrhunderte, S. 194ff.
Wolf, Jahrhunderte, S. 197; Fries, Stadtbefestigung,
S. 36. Das Abnehmen der Verteidigungsfähigkeit läßt sich
an zwei Daten festmachen, die Haupt, Baudenkmäler, Bd. 1,
S. 35, nennt. 1634 schlägt der Stadtkommandant noch eine
verbesserte Verteidigung am Bessunger Tor vor. 1655, kurz
vor neuen Kriegsspannungen, wurde dort die Zugbrücke durch
eine feste Brücke ersetzt, militärische Verteidigung also
aufgegeben.
Wolf, Jahrhunderte, S. 206; Haupt, Baudenkmäler, S.
16, 66. Fries, Denkmaltopographie, S. 26, schreibt dagegen
die Bebauung des Birngartenbereiches und das Umgeben der
gesamten Alten Vorstadt mit Mauer Ludwig VI. zu.
Wolf, Jahrhunderte, S. 208. Dadurch wurde die seit
1630 bestehende Planung einer Kirche am Ballonplatz der
Vorstadt aufgegeben.
Wolf, Jahrhunderte, S. 214f; Fries, Stadtbefestigung,
S. 36; Haupt, Baudenkmäler, Bd. 1, S. 36; Zimmermann,
Schloß,
S. 29f.
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