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Soweit
nicht anders angegeben, handelt es sich um eigene Aufnahmen
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40
Stadtansicht von Westen. M. Meißner, 1626 (Knodt,
Stadtkirche, S. 3).

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41
Stadtansicht von Wilhelm Dilich von 1591 (Haupt,
Baudenkmäler, Bd. 2, S. 16b).

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42
Stadtansicht von Wilhelm Dilich, Anfang 17.
Jahrhundert aus nordwestlicher Richtung (Wolf, Jahrhunderte, S.
153).

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43
Stadtansicht von Wilhelm Dilich um 1606, verändert
von Gabriel Bodenehr, nach 1700 (Haupt, Baudenkmäler, Bd. 2, S.
16a).

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44
Die Rekonstruktion von August Buxbaum, 1927
entstanden, zeigt den Marktplatz mit Rathaus und Stadtkirche um 1570
(Deppert/Häussler, Altstadt, S. 33).

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45
Marktplatz, nach Peter Rodingh, 1676/77. Rechts das
Landgraf - Johann Haus (Haupt, Baudenkmäler, Bd. 2, S. 52).

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46
Marktplatz, Kametzkysches Haus. Darstellung von
Ernst August Schnittspahn, gemalt 1858 (Illgen, Biedermeier, S. 29).

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47
Marktplatz nach Wilhelm Merck, um 1800. Rechts im
Bild das Marktpalais (Haupt, Baudenkmäler, Bd. 2, S. 52).

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48
Marktplatz um 1840 (Haupt, Baudenkmäler, Bd. 2, S.
82).

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49
Marktplatz um 1860 (Haupt, Baudenkmäler, Bd. 2, S.
82).

Bild
50
Marktplatz nach 1897 (Knieß, Darmstadt, S. 21).

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51
Marktplatz um 1930 (Zimmer, Ehemals, gestern und
heute, S. 51)

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Gründerzeitliche
Stadterweiterung und Marginalisierung der Altstadt
Die
Regierungszeit Ludwigs III. war zunächst durch die
beginnende Industrialisierung geprägt. Erste
Fabriken konnten sich schon nach der Gewerbefreiheit
und der Aufhebung der Zollgrenzen Ende der 1820er,
Anfang der 1830er Jahre entwickeln. Dennoch war die
Wirtschaft noch 1854 überwiegend vom Handwerk
bestimmt. Wichtig für das weitere industrielle
Wachstum waren die ab 1846 westlich der Mollerstadt
vorbeilaufende Eisenbahn und die 1853 eingerichtete
Bank für Handel und Industrie. Erste Gaswerke
entstanden 1848 und 1853. Durch diese Infrastruktur
konnten ab Mitte der fünfziger Jahre mehrere
Fabriken gegründet und ausgebaut werden.
Die
Industrialisierung hatte Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung.
Für 1850 gibt Wiest etwa 29.200 Einwohner an, von
deren Haushaltungsvorständen 37,8 Prozent auf die
Altstadt entfallen.
Die Anzahl der Gebäude lag in der Gesamtstadt 1850
bei 1469. Davon standen 513 in der Altstadt. 1861
stieg die Bevölkerung Darmstadts auf 28.375, um
1871 33.799 zu erreichen.
Das
Ende der Regierung Ludwigs III. stand unter dem
politischen Eindruck der Kriege von 1866 und
1870/71, in die auch die Hessen-Darmstädter
Regimenter verwickelt waren. 1871 erfolgte die
Umwandlung des Deutschen Bundes in das Deutsche
Reich. Damit fielen in Darmstadt Kriegs- und Außenministerium
weg. 1874 erhielt Darmstadt eine neue Städteordnung.
Albrecht Ohly war der erste hauptamtlich besoldete
Oberbürgermeister; der Typ des ehrenamtlich tätigen
handwerklich-kaufmännischen Bürgermeisters aus der
Altstadt gehörte der Vergangenheit an.
Die
Stadtentwicklung unter Ludwig III. vervollständigte
in den 1850er Jahren vor allem die nordwestlichen
Parzellen der Mollerstadt. Ebenso wurden die Straßen
in die nördlichen und südlichen Vororte ausgebaut.
In
den 1850er Jahren hielt der soziale Verfall des
Altstadtquartiers, vor allem durch den leichten
Aufschwung des Handwerks, inne. Ebenso wirkte sich
das auf den Feldern östlich der Altstadt
entstehende Woogsviertel positiv aus. Die Altstadt
wurde an die neuen Straßen mit den 1861/62
erfolgten Durchbrüchen der Lindenhof- und Woogstraße
angebunden. Ebensolche Durchbrüche sind ab 1863 in
der Ernst-Ludwig-Straße und in der Pädagogstraße
vorgenommen worden.
Das
Viertel um Main-Neckar- und Ludwigsbahnhof wurde ab
den 1860er Jahren bebaut, 1864/66 ist das Neue
Palais gebaut worden. Nach dem allgemeinen
Aufschwung durch die französischen Reparationen
entstanden eine Reihe gründerzeitlicher Neubauten für
Handel und Gewerbe, den Staat und die Stadt.
Ab 1872 ist mit dem späteren Johannesviertel die
erste planmäßige Stadterweiterung durch einen
privaten Unternehmer erfolgt. 1874 sind Polizeiamt
und Feuerwehr eingerichtet worden. 1880 entstanden
das neue Wasserwerk und die Kanalisation.
Von
1877 bis 1892 regierte Ludwig IV. Um 1880 war
Darmstadt schon stark mit Bessungen verwachsen, so
dass insgesamt 48.769 Einwohner zu zählen waren.
Auf die Altstadt entfielen nur noch 20% der
Haushaltungsvorstände. Seit 1870 wurden bis 1890
gut 800 Gebäude erstellt. 1880 waren 3037 Gebäude,
davon 522 in der Altstadt verzeichnet. 1890 hatte
sich durch die 1888 erfolgte Eingemeindung
Bessungens der Gebäudebestand auf 3628 erhöht.
Schon
in den 1860er und 1870er Jahren verstärkte sich der
soziale Abstieg der Altstadt wieder durch den Zuzug
von Tagelöhnern aus dem umgebenden Land, vor allem
nach dem Bau der Eisenbahn in den Odenwald.
Wohlhabendere Kreise dagegen verließen den
Altstadtbereich. 1880 stand die Altstadt dann am
Ende der sozialen Skala. In dieser Entwicklung des
Darmstädter Altstadtbereiches, bedingt durch die
Neustadt, sieht Wiest einen Sonderfall, der in den
meisten deutschen Städten umgekehrt verlief. Die
Kernstadtbereiche wurden andernorts vom frühindustriellen
Aufschwung ab der Jahrhundertmitte und der Gründungswelle
der 1870er Jahre erfasst und zu Geschäftsvierteln
umfunktioniert. Sozial Schwache wanderten an die
Stadtränder ab.
In
Darmstadt ging diese Entwicklung an der Altstadt mit
Ausnahme des Marktbereiches vorbei. Bis 1880 war die
Altstadt noch immer der Mittelpunkt des Kleinbürgertums,
nach 1880 spaltete sie sich in einen marktnahen und
einen marktfernen Bereich, der nun völlig ins
soziale Abseits geriet. Hier waren ungelernte,
arbeitslose und bedürftige Zuwanderer zu finden.
Die
Altstadtbereiche der meisten deutschen Großstädte
wurden an vielen Stellen gründerzeitlich
umgestaltet. In Darmstadt erhielt sich der
mittelalterliche Zustand zum großen Teil bis zur
Zerstörung 1943/44. Sanierungsmaßnahmen fanden
hauptsächlich in Form von Ab- und Durchbrüchen
statt. 1885 begann dies mit der durch Abbruch eines
Häuserblocks entstandenen "Insel". Nach
der Jahrhundertwende ist die breite Schneise der
Landgraf-Georg- Straße, die ganze Blöcke
zerteilte, durch die Altstadt gebrochen worden.
Diese Maßnahmen konnten den weiteren sozialen
Abstieg aber nicht aufhalten.
Ab
den 1880er Jahren wurde auch das bisher ungeplant
entstandene Martinsviertel planmäßig ausgebaut.
1885 ist das Stadthaus in der Rheinstraße angekauft
worden, seit 1886 fuhr die Dampfstraßenbahn in die
Vororte und 1888 hatte Darmstadt das erste
Elektrizitätswerk.
Um der größer werdenden Industrie einerseits und
der Bevölkerung andererseits gerecht zu werden,
siedelte man die Industrie ab 1887 in einem
separaten Gebiet im Nordwesten an. Hierher wurden
einige noch in der Innenstadt liegende Betriebe
verlegt, wie die bis 1904 vor der östlichen
Altstadtmauer liegende Firma Merck. Das ermöglichte
die Neugestaltung dieses Gebietes und die bessere
Einbindung der Altstadt in die umgebende Stadt. Im Südwesten
entstand ein Kasernenviertel, das auch nach 1900
weiter ausgebaut worden ist.
1892
übernahm Großherzog Ernst Ludwig die Regierung. In
den Jahren nach 1890 setzte noch stärkeres Wachstum
von Wirtschaft,
Stadt und Bevölkerung ein, so dass die Bevölkerung
mit dem 1888 eingemeindeten Bessungen von 56.505
Einwohnern im Jahr 1890, auf 63.745 in 1895 und
72.381 zur Jahrhundertwende anstieg.
1895
und 1907 entstanden große Hochschulneubauten, 1897
bis 1906 der Museumsneubau anstelle des
Exerzierhauses von 1771. Ab 1897 fuhr die
elektrische Straßenbahn. Dafür wurden in der engen
Altstadt fünf Häuser um die Stadtkirche herum
abgebrochen.
Ab
1897 wurden einige großbürgerliche Villengebiete,
zunächst auf der Mathildenhöhe erschlossen. Hier
gründete Ernst Ludwig 1899 auch die Künstlerkolonie,
von der aus sich die Darmstädter Variante des
Jugendstiles entwickelte und bis 1914 internationale
Kunstausstellungen stattfanden. Nach der
Jahrhundertwende kamen das Paulusviertel, die
Gartenstadt Hohler Weg und schon auf Eberstädter
Gebiet die Villenkolonie hinzu.
Weitere
Wohnbebauung verdichtete um 1900 das Martinsviertel,
die Ausfallstraßen nach Bessungen und Bessungen
selbst. 1907 brach die Konjunktur in der
Bauwirtschaft zusammen. Bis dahin erhöhte sich der
vielfach spekulativ gebaute Wohnungsbestand von
15.627 im Jahr 1900 auf über 20.000 im Jahr 1907.
Zwischen 1884 und 1907 sind fünf große Kirchen,
eine russische Kapelle und eine Synagoge erstellt
worden.
Der
Bauboom vor und nach der Jahrhundertwende ging - von
einzelnen Gebäuden an der Hauptachse Kirchstraße
und Markt abgesehen - an der Altstadt vorbei. Bis
zum ersten Weltkrieg ist selbst der marktnahe
Bereich von der Verelendung betroffen gewesen.
Vor dem ersten Weltkrieg sind noch eine Reihe größerer
Bauten, wie Kaufhäuser, Schulen, das Amtsgericht,
das Hallenbad hinter der Altstadt und vor allem der
1912 eröffnete Hauptbahnhof entstanden.
Der Bestand an Gebäuden betrug im Jahre 1910 5.704,
davon 465 in der Altstadt, deren Bestand vor allem
durch die Durchbrüche immerhin laut Statistik um 57
Gebäude dezimiert wurde. 1910 war der Anteil der
Haushaltungsvorstände in der Altstadt auf 7,6%
gefallen.
Franz, Biedermeier, S. 315, 335, 358ff.
Die industrielle Entwicklung zeigt auch die
Anzahl der Dampfmaschinen: Waren es 1854 in
Hessen insgesamt 83, von denen nur sieben in
Darmstadt liefen, so stieg deren Zahl sechs
Jahre später auf 30 (Franz, Biedermeier, S.
358ff).
Wiest, Stationen, S. 33, 158.
Franz, Biedermeier, S. 360f.
Franz, Biedermeier, S. 370ff.
Franz, Biedermeier, S. 361f.
Wiest, Stationen, S. 65; Franz,
Biedermeier, S. 370; Fries, Stadtbefestigung, S.
39. Wiest legt die Durchbrüche in der östlichen
Stadtmauer und die Bebauung des Woogsviertels in
die 1850er Jahre, Franz und Fries in die Zeit
nach 1860. Allerdings nennt nur Fries den
Durchbruch Woogstraße. Der Durchbruch und
Neubau der Ernst-Ludwig-Straße zogen sich über
mehrere Jahre hinweg und sind am Weißen Turm
erst nach 1869 erfolgt, wie - wenn die Datierung
stimmt - Bild 36 beweist.
Franz, Biedermeier, S. 380f. Es
entstanden unter anderem zahlreiche Schulen,
Bauten für die Hochschule, ein städtischer
Saalbau (1872/73), 1872/74 das heute noch
benutzte (Land-) Gericht, eine Synagoge
(1874/76) und das Hauptpostamt. 1879 wurde das
1871 abgebrannte Theater wiederaufgebaut.
Franz, Biedermeier, S. 366, 377f.
Franz, Biedermeier, S. 377; Wiest,
Stationen, S. 33. Darmstadt zählte ohne
Bessungen 41.199 Einwohner (Bild 5).
Franz, Biedermeier, S. 382; Wiest,
Stationen, S. 33, 158ff.
Franz, Biedermeier, S. 376; Wiest,
Stationen, S. 65; Wiest, Städtebauliche
Preisgabe, S. 52.
Wiest, Städtebauliche Preisgabe, 52.
Franz, Biedermeier, S. 384ff; Bürnheim,
Straßenbahn, S. 7.
Franz, Biedermeier, S. 394.
Die Anzahl der Dampfmaschinen lag 1895
bei 70, dazu kamen 58 Gas- und 11 elektrische
Kraftmaschinen (Franz, Biedermeier, S. 392).
Franz, Biedermeier, S. 382, 391f (Bild
5).
Franz, Biedermeier, S. 394ff; Bürnheim,
Straßenbahn, S. 20.
Franz, Biedermeier, S. 398ff.
Franz, Biedermeier, S. 398, 406. Die
Kirchen waren die Martins- (1884/85), Stifts-
(1892), Johannes- (1893/94), St-Elisabeth-
(1903/05) und Pauluskirche (1907). Die russische
Kapelle entstand 1898 auf der Mathildenhöhe für
Zar Nikolaus II., den Schwager Ernst Ludwigs.
Die Synagoge wurde 1906 in der Bleichstraße
errichtet, eine weitere stand schon seit 1874/76
an der Ecke Friedrich-/Fuchsstraße.
Franz, Biedermeier, S. 406f.
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