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Soweit
nicht anders angegeben, handelt es sich um eigene Aufnahmen
Bild
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Weißer
Turm als kurzer runder Wehrturm nach Peter Rodingh 1676 (Haupt,
Baudenkmäler, Bd. 2, S. 22).

Bild
35
Weißer
Turm, Nachkriegszustand mit zusätzlichem Zwischengeschoß,
September 1998.

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36
Weißer
Turm, Vorkriegszustand. Auf der Aufnahme von 1869 ist die neu
erschlossene Ernst-Ludwigstraße und die noch enge Bebauung um den
Turm zu sehen (Haupt, Baudenkmäler Bd. 2, S. 23).

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37
Rekonstruktion
des Verbindungstunnels (Heiss, Tunnel, S. 65).

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38
Grundriss
der Stadtkirche mit den Daten der Erweiterungen (Knodt, Stadtkirche,
S. 9).

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39
Stadtkirche
in Ansicht und Aufriss (Haupt, Baudenkmäler, Bd. 1, S. 127).

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Die
Mollerstadt: Erster Wegzug aus der Altstadt
1810
beauftragte Ludwig I. Georg Moller mit der weiteren
Planung der neuen Weststadt (Bild 1). Moller legte
den endgültigen Bebauungsplan und die Begrenzungen
durch die neuen Stadttore fest. Bereits 1809 wurde
über die barocke Vorstadtmauer von 1745
hinausgebaut. Die neue "Mollerstadt", in
den folgenden Jahren entlang der barocken Hauptachse
(Rheinstraße) und einer neuen kreuzenden Straße
(Neckarstraße) entwickelt, war großzügig bemessen
und folgte einem einheitlichen Bebauungsplan. Den
neuen Stadtteil umgab keine Stadtmauer mehr,
lediglich Torbauten an den Hauptachsen vermittelten
einen optisch-architektonischen Einlas in die Stadt
und dienten als Zoll- und Grenzstationen. Auch in
die alte Mauer sind im Osten und Südosten Öffnungen
gebrochen worden. Das Bessunger Tor fiel 1803/04. Um
1810 folgte das Sprentzentor, 1825 wurde als letztes
das Jägertor abgebrochen.
In
der schnell wachsenden Stadt wurden zahlreiche repräsentative
Gebäude hauptsächlich in der Neustadt erstellt. Während
für diese die Oberbaudirektion unter Moller zuständig
war, lagen Bauvorhaben in der Alten Vorstadt, dem
Marktbereich und außerhalb der Stadt in der Zuständigkeit
von Polizei und Bauverwaltung. In der Altstadt hatte
der Gemeinderat allein zu entscheiden.
Pläne
Mollers, das Schloss als Vierflügelanlage zu
vervollständigen, wurden 1812 und 1833 abgelehnt.
Er baute lediglich die bestehenden Neuschlossflügel
aus und legte im 1804 trockengelegten Schlossgraben
einen botanischen Garten an. Seit 1820 bestanden
Abbruchpläne für die baufällige Stadtkirche.
Unter Beibehaltung von Turm und Chor wurde diese
dann aber ab 1843 mit dem weitgehenden Neubau des
Langhauses wieder instand gesetzt. Ab 1825
entstanden erste Kasernen westlich der Neustadt.
Ebenso ist 1826 der heutige Alte Friedhof als Ersatz
für den Friedhof am südöstlichen Rand der
Altstadt angelegt worden.
Die
Stadterweiterung Mollers konnte für den
Altstadtbereich nicht ohne Folgen bleiben. Bereits
1815 schrieb Philipp August Pauli: "Die
Altstadt hat keine freundliche Ansicht, sie ist nach
alter Art angelegt; die Straßen sind enge und kein
Haus zeichnet sich durch Architektonik aus".
1823 erschien der Begriff "Alte Stadt"
erstmals auf einer Stadtkarte.
Die soziale Lage der Altstadt bis 1820 bezeichnet
Wiest in seiner Untersuchung als gutbürgerlich. Vor
allem der Bereich der Alten Vorstadt zählte noch
immer zur besten Wohnlage. Nach 1820 wanderten die
sozial besser gestellten Schichten, vor allem höhere
Beamte und Adelige, immer rascher in die Weststadt
ab. Es wurde aber auch versucht, etwa durch
Schaufenstereinbauten, mit den modernen Kaufhäusern
und Läden in der Vorstadt mitzuhalten.
Dennoch
verlagerten wohlhabende Kaufleute und Handwerker
ihre Geschäfte und Wohnungen zunehmend in den neuen
Stadtteil. In die aufgegebenen Quartiere zogen
sozial Schwache, die den Raum enger bewohnten. Ein
Wechsel der sozialen Verhältnisse führte zur allmählichen
Verelendung des Altstadtbereiches.
Die
Mauer der Altstadt ist schon im 18. Jahrhundert, zunächst
hauptsächlich im Westabschnitt, durch anlehnende
Bebauung immer mehr verdeckt worden, so dass sie an
vielen Stellen nicht mehr zu erkennen war. Jetzt
verstärkte sich diese Bebauung auch auf dem Nord-
und Ostabschnitt, im Zwingerbereich entstanden an
einigen Stellen Fischteiche. Die Mauer wurde als
Steinbruch benutzt, man brach sie dort ab, wo sie
baufällig oder im Wege war. Dennoch blieb gerade
der Ostabschnitt immer noch, von einigen Straßendurchbrüchen
abgesehen, relativ vollständig erhalten. Hier
diente die Mauer vielfach als Hauswand, in die auch
Fenster hineingebrochen worden sind. 1830 erfolgte
der Durchbruch an der Runde-Turm-Straße.
Neben
der geplanten Mollerstadt entwickelte sich im
Nordosten hinter der Alten Vorstadt das ungeplante
spätere Martinsviertel. Die Anfänge bildeten großherzogliche
Wirtschaftsgebäude und Gardistenhäuser
(Bilder 1 und 2).
Der
Regierungsantritt Ludwigs II. stand unter den
Spannungen der Juli-Revolution. Die Auswirkungen auf
Darmstadt waren dennoch bescheiden. Politische
Aktivitäten beschränkten sich vor allem auf das
Vereinswesen. 1836/37 ist dann aber das Ständehaus
am Luisenplatz eingerichtet worden. Die
Stadterweiterung Mollers wurde unter Ludwig II.
(1830-1848) fortgesetzt; sie genügte dem Wachstum
der Stadt bis zum Beginn der Industrialisierung ab
der Jahrhundertmitte. Zwischen 1841 und 1844 ist die
Ludwigssäule auf dem Luisenplatz errichtet worden.
Von
1828 bis 1846 stieg die Zahl der Wohngebäude in
Darmstadt nur um 86 auf insgesamt 1376. Gebaut wurde
hier vor allem in der Wilhelminenstraße, Richtung
Bessungen. Währenddessen ließ die soziale Not
zwischen den Revolutionen die Altstadt erstmals zur
Problemzone werden.
1837 waren 23.587 Einwohner verzeichnet, 10 Jahre später
26.300.
Die für diese Notjahre andernorts üblichen
Auswanderungen nach Amerika setzten in Darmstadt
erst ab 1847 ein.
Die Märztage nach der 1848er Revolution brachten
auch in Darmstadt Unruhen. Der Landtag beantragte
eine Nationalvertretung für den Bundestag. Der
Regierungswechsel vom Sommer 1848 war nicht in
revolutionärer Absetzung begründet, sondern durch
den Tod Ludwigs II. Sein Sohn Ludwig III. regierte
von 1848 bis 1877.
Franz, Biedermeier, S. 296; Fries,
Denkmaltopographie, S. 32ff.
Franz, Biedermeier, S. 296, 302f, 310. So
entstanden unter anderem ab 1809 der Marstall,
1817 das Casino und 1822-27 die katholische St.
Ludwigs-Kirche. Zwischen Schloß und Schloßgarten
baute Moller 1818/19 das heute noch stehende
Hof-Operntheater und 1825/27 die ebenfalls noch
vorhandene Kanzlei am Mathildenplatz. Am
Ludwigsplatz entstanden nach 1820 moderne Kaufhäuser.
Franz, Biedermeier, S. 296, 312, 319.
Pauli, Philipp August, Darmstadt, Eine
historisch-topographische Skizze und Excursionen
in die Umgegend, Darmstadt 1815, S. 35, nach
Wiest, Stationen, S. 64.
Deppert/Häussler, Altstadt, S. 12.
Wiest, Stationen, S. 64; Franz, 310.
Wiest, Städtebauliche Preisgabe, S. 52.
Fries, Stadtbefestigung, S. 39.
Fries, Denkmaltopographie, S. 34.
Franz, Biedermeier, S. 319ff, 332.
Wiest, Stationen, S. 64f; Franz,
Biedermeier, S. 328.
Franz, Biedermeier, S. 327; Siehe Bild 5.
Franz, Biedermeier, S. 336ff.
Franz, Biedermeier, S. 340ff.
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