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Soweit
nicht anders angegeben, handelt es sich um eigene Aufnahmen
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Der Altstadtbereich ohne die Alte Vorstadt heute und
1939 in einem Kartenbild. Farblich ist die Mauer von 1330
nachgezeichnet (Ausschnitt aus: Häussler, Darmstadts Stadtmitte).

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Die ab 1330 ummauerte Altstadt mit dem Schloss
(Battenberg, Anfänge, S. 113).

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Die Altstadt mit der Alten Vorstadt, Stationen der
Exkursion. 1: Museum Hinkelsturm mit Stadtmauer, 2: Insel und
Niebergallbrunnen, 3: Friedhof, 4: Pädagog, 5: Stadtkirche, 6: Weißer
Turm, 7: Schloss, 8: Marktplatz und Rathaus, 9: Gasthaus zur
Goldenen Krone, 10: Stadtmauerfragmente Erich-Ollenhauer-Promenade,
11: Alte Vorstadt mit Schweifgiebelhäusern, 12: Vorstadtmauer und Jägertor,
12a: Dreibrunnenleitung, 13: Rundeturmstraße (nach Häussler,
Darmstadts Stadtmitte).

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Das Relief, das die Altstadt um 1850 zeigt, ist nördlich
des Hinkelstums in das Straßenpflaster eingelassen. Rot markiert
ist der Ausschnitt des im Hinkelsturm befindlichen Modells (Häussler,
Relief, S. 22)

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Darmstadt als
Nebenresidenz
Heinrichs
Sohn Wilhelm III. sicherte 1489 Darmstadt den bisherigen Rechts-
und Besitzstand zu, verstarb aber bereits im Jahr 1500. Seine
Witwe, Pfalzgräfin Elisabeth, sollte zunächst die Regierung in
Darmstadt übernehmen. Der schlechte Zustand des Schlosses und
die erneute Heirat der Witwe verhinderten dies aber. Wilhelm II.
von Kassel trat das Erbe seines Vetters an, so dass Darmstadt
weiter im politischen Abseits verharrte. Als dieser 1509 starb,
übernahm seine Witwe Anna von Mecklenburg die
Vormundschaftsregierung für den Sohn Philipp. Um 1512 wurden
dann Instandsetzungsarbeiten am Schloss durchgeführt.
Für
den Zeitraum um 1517 schätzt Battenberg den Häuserbestand
Darmstadts auf 225. Die Stadt war damit vergleichsweise dünn
besiedelt, innerhalb des Mauerrings lagen noch zahlreiche Freiflächen.
Der
Regierungsantritt des vierzehnjährigen Philipp (später: der
Großmütige) im Jahr 1518 rückte Darmstadt wieder ins
politische Geschehen. Franz von Sickingen, der als Reichsritterführer
einen weiteren Ausbau der fürstlichen Territorialherrschaft
verhindern wollte, griff noch 1518 die Landgrafschaft Hessen und
damit Darmstadt an. Konnte die Darmstädter Mauer bereits im 15.
Jahrhundert nicht mehr genügend Schutz bieten, so zeigte der
schnelle Durchbruch, wie veraltet sie war. Bei diesem Angriff
ist auch die gerade instand gesetzte Burg wieder schwer beschädigt
worden. Ihr Wiederaufbau begann im folgenden Jahr.
Weitere
Baumaßnahmen des Hofes in der Stadt blieben auf
Wiederherstellung der durch den Angriff erfolgten Zerstörungen
beschränkt. So erhielt der Turm der Stadtkirche einen neuen
steilen Turmhelm mit vier Ecktürmchen (Bilder 40, 44).
Unter der Regierung Philipps wurden an der Verteidigungsanlage
keine wesentlichen Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt.
Der
Bauernkrieg von 1525 hat Darmstadt kaum berührt. Durch
politische Klärungen konnte die landesfürstliche Macht
gefestigt werden.
Im
Jahr 1526 nahm Landgraf Philipp den protestantischen Glauben an.
Darmstadt war Ort zahlreicher diplomatischer Verhandlungen.
1546
führten militärische Auseinandersetzungen zwischen
katholischen und protestantischen Landständen zum
schmalkaldischen Krieg. Landgraf Philipp wurde durch Kaiser Karl
V. geächtet, Darmstadt 1547 belagert und erstürmt. Trotz
Vorbereitungen hielt die Mauer auch diesem Angriff nicht lange
stand. Ihr geringer Verteidigungswert ließ den Kaiser sogar auf
deren Abbruch verzichten. Nach der Eroberung der Stadt brannten
alle in Fachwerk errichteten Gebäude der Burg nieder. Landgraf
Philipp ist für fünf Jahre gefangen gesetzt worden, die
Obergrafschaft stand damit unter kaiserlicher Verwaltung. Hohe
Kriegsforderungen waren für die länger
andauernde schlechte Wirtschaftslage Darmstadts verantwortlich.
Nach der Befreiung Philipps ist das Schloss von 1553 bis 1564
aufgebaut worden, dabei fand mehr Stein anstelle des Fachwerkes
Verwendung.
Von
1566 bis 1569 ist auf der Südseite des Marktplatzes für 1400
Gulden
ein neues Rathaus (Bild 44) erbaut worden, das das gegenüberliegende
Rat- und Spielhaus ersetzte. Auftraggeber war der landgräfliche
Schultheiß, nicht etwa der Rat der Stadt. Daraus schließt
Battenberg auf ein großes Interesse der landgräflichen
Verwaltung an der Entwicklung von Stadt und städtischer
Gemeindeverwaltung.
Die
größere Autonomie der Stadt machte sich gegen Ende des 15.
Jahrhunderts durch einen stärkeren Einfluss auf das landgräfliche
Schultheißenamt bemerkbar. Allgemein verstärkten die Städte
den Einfluss auf dieses Amt hinsichtlich Besetzungsrecht und
Amtsübernahme.
Da
der Schultheiß sowohl Vertrauter des Grafen als auch der
Gemeinde war, bestanden Interessenskonflikte. Der Stadtrat unter
Landgraf Philipp war nämlich mit dem Schöffengericht
identisch, bei dem der Schultheiß den Vorsitz hatte. Diese
Situation führte zur allmählichen Zurückdrängung des
Schultheißen aus der Spitze der städtischen Verwaltung und zur
Beschränkung auf den Gerichtsvorsitz. Die Bürgermeister übernahmen
vom Schultheißen die politische Leitung im Stadtrat, die
Aufgaben in der Stadtverwaltung und in der städtischen
Gerichtsbarkeit. Sie standen dem städtischen Haushalt vor,
waren aber auch in diplomatischer Funktion unterwegs.
Im
Jahre 1567, nach dem Tode Landgraf Philipps, wurde die
Landgrafschaft Hessen unter seinen Söhnen in die Bezirke
Kassel, Marburg, Rheinfels und Darmstadt aufgeteilt.
Hessen-Darmstadt war damit unter Georg I. (1567 - 1596) selbständige
Landgrafschaft mit der Landeshauptstadt Darmstadt. Da Georg mit
20 Jahren noch minderjährig war, verwaltete zunächst sein
Bruder, Ludwig IV., der die Landgrafschaft Marburg erhalten
hatte, Hessen-Darmstadt.
Ludwig
IV. legte in seinem kurzen Interim einen Schwerpunkt auf die
Stadtentwicklung. So wurden das unter Philipp begonnene neue
Rathaus und die Aufbauarbeiten am Schloss vollendet. Außerdem
erließ Ludwig eine Handwerks- und Gewerbeordnung.
Battenberg, Anfänge, S. 48ff; Zimmermann, Schloß,
S. 18.
Battenberg, Anfänge, S. 60.
Battenberg, Anfänge, S. 50ff.
Battenberg, Anfänge, S. 62.
Battenberg, Anfänge, S. 60; Fries, Stadtbefestigung,
S. 36.
Battenberg, Anfänge, S. 52f.
Die Brandschatzung betrug nach Battenberg, Anfänge,
S. 55, 7000 Gulden.
Battenberg, Anfänge, S. 55ff; Herbig, Mittelalter,
S. 33.
Um 1580 erhielt ein Gassenwächter ein Jahresgehalt
von 8, ein hoher Beamter etwa 100 Gulden (Battenberg, Anfänge,
S. 76, 112).
Battenberg, Anfänge, S. 63.
Battenberg, Anfänge, S. 42f; Isenmann, Spätmittelalter,
S. 116.
Battenberg, Anfänge, S. 44, 65ff; Isenmann, Spätmittelalter,
S. 75f, 116f, 133ff. Neben den Bürgermeistern gehörten zur
städtischen Führungsspitze in Darmstadt zwei
Rechenmeister, ein Stadtschreiber, ein Waldförster, acht
Letzmeister und mehrere Brunnenmeister. 1566 wurden das Amt
des Marktmeisters und das des Mehlwiegers eingeführt.
Daneben ist der Glöckner zu nennen. Die meisten Ämter
waren gleichgestellt und wurden jährlich neu vergeben .
Battenberg, Anfänge, S. 57.
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