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Der
neue Kommandoturm und der neue Sprungturm nach dem Umbau 1936/37

Der
neue Kommandoturm mit DLRG-Aufenthaltsraum und Lautsprecheranlage
nach dem Umbau 1936/37

Der
Kommandoturm nach seiner Umwandlung
in die Sportgalerie
durch die Schüler der Darmstädter Mornewegschule im Jahre
2000

Der
Kommandoturm von Norden

Die
Auszeichnung mit dem
Hessischen Denkmalschutzpreis 2001

Von
außen informieren Schautafeln die Besucher

Im
Inneren präsentieren die Schüler ihre Arbeiten
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Die
Sportgalerie befindet sich in einem 1936/37 für die
Wettkampfanlagen am Woogsdamm an der Beckstraße erbauten ehemaligen
Kommandoturm. Sie ist seit 1994 Teil des Freundeskreises
Stadtmuseum. Dessen Fernziel, ein Stadtmuseum einzurichten, wird
schrittweise auch durch die Nutzung einiger kleinerer
denkmalgeschützter Gebäude erreicht, die sonst verfallen würden.
Leider ist der Turm als solcher nur eingeschränkt zu erleben, da
nur der von der Straße zugängliche Teil des Turmes als
Sportgalerie genutzt werden kann. Das Kellergeschoss und das halbe
Mittelgeschoss sind baulich abgetrennt und gehören zu einem
benachbarten Verein. Zunächst fanden einige kleinere Ausstellungen
zur Darmstädter Sportgeschichte statt. Im Jahr 2000 wurde der Turm
von einer Schulklasse der Darmstädter Mornewegschule renoviert und
eine Ausstellung mit im Kunstunterricht geschaffener Werke zum Thema
Sport bestückt. In unregelmäßigen Abständen werden hier immer
wieder Schülerarbeiten im Rahmen kleiner Ausstellungen gezeigt.
Die
Sportgalerie hat ihr Vorbild in den Kinder- und Jugendmuseen. Hier
sind zwar weniger Ausstellungsstücke zum Anfassen und Begreifen
vorhanden, das Herstellen von Ausstellungsstücken, das Einrichten
einer Ausstellung und das immer wieder notwendige Renovieren des
Gebäudes ersetzt aber diese fehlenden Exponate.
Kinder-
und Jugendmuseen als Vorbild für die Sportgalerie
Die
ersten Jugendmuseen entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts in den
USA und waren Ausdruck einer Reformpädagogik vom
Kinde aus.
Im Unterschied zu den herkömmlichen Museen, die überwiegend
kognitiv ausgerichtet sind, sprechen die Jugendmuseen alle Sinne an.
Deren pädagogischer Ansatz basiert auf Anschauung - nach Pestalozzi
das Fundament der Erkenntnis - und Selbständigkeit. Das
Jugendmuseum ist keine Schausammlung, sondern Werkstatt und Atelier,
wo experimentiert und Erfahrung gesammelt werden kann.
Die klassischen Aufgaben des Museums
treten zugunsten des Lernens in den Hintergrund. Es geht nicht um
die Exponate selbst, sondern um das selbständige Lernen an ihnen
und die praktische Erfahrbarkeit. Entsprechend sind die Objekte
immer in Handlungen einzubeziehen und anzufassen, denn „Kinder
`denken` mit den Händen“.
Erst durch das Anfassen finden ein Begreifen und dadurch ein
Ergriffensein (Motivation) statt. Über aktives Experimentieren,
Untersuchen und Entdecken kann das Erkannte in eigenes Gestalten
umgesetzt werden: „Learning by doing“, bei Fröbel noch
„aktive Tatanschauung“ genannt.
Von den Bedürfnissen und Anliegen der Lernenden und ihrer Bildung
ausgehend, sind Spielraum und Lernraum bewusst eng verbunden. So
können sie sich durch die eigene geistige und praktische
Auseinandersetzung mit der Aufgabenstellung, dem Material und den
eigenen Fähigkeiten selbständig befassen. Dadurch werden alle
Sinne gleichmäßig angesprochen, so dass sich die ganze Person
einbringen kann.
Ausgangspunkt ist die Gegenwart als vertraute Umwelt. Als
Bildungs-– und Freizeitstätte zugleich dient das Jugendmuseum als
„Kommunikationsort, als Experimentierwerkstatt, als Medium und
Ideenmarkt“.
Das – auch multikulturelle - Miteinander wird gefördert, denn die
meisten Aktivitäten verzahnen sich untereinander, so dass
Kooperation notwendig ist. Besondere Fähigkeiten Einzelner können
für die Gruppe eingesetzt werden.
Ziele, Inhalte und Programme der Jugendmuseen, die im Folgenden
genannt werden, sollten flexibel sein, um Aktualität und
Mitgestaltung zu erreichen: Allgemein sollen die Schulen
unterstützt werden. Das Lernen mit Gleichgesinnten,
problemlösendes, kreatives Handeln und Denken,
Kooperationsbereitschaft, Verantwortungsübernahme und
Führungsqualitäten werden gefördert. Das Verständnis für die
Umwelt, die soziale Mitwelt, die (eigene und fremde) Kultur, Kunst,
Handwerk, Technik und Wissenschaft wird geschult. So lassen sich
individuelle Talente und Interessen auch für spätere Berufe
entwickeln, passiver Konsumhaltung und Jugendkriminalität kann
entgegengearbeitet werden.
Die
weite Definition von Jugendmuseen im Vergleich zu „klassischen“
Museen zeigt z.B. das ehemalige Frankfurter Werkstattmuseum, das
1990 mit dem Projekt einer „Mitmach – Baustelle“ eröffnet
wurde.
In einer Werkshalle waren Ausstellungsobjekte im weitesten Sinne die
Baumaterialien. Rumpf spricht von einer „hinreißend imperfekten,
undidaktischen und lebendigen Baustelle“.
An in Anforderung und Material verschiedenen Stationen konnte in
Gruppen oder alleine gearbeitet werden. Bei Bedarf standen
Ansprechpartner zur Verfügung. Da Lern- und Freizeitorte nicht
getrennt waren, konnte häufig zwischen Orientierungs-
Experimentier- und Arbeitsphasen gewechselt oder sich zurückgezogen
werden. Verplancke bezeichnet dies als „oszillierendes
Gleichgewicht“, das zeigt, dass Kinder und Jugendliche in offenen
Angeboten selbständig Schwerpunkte setzen können.
Durch den Aufbau der Stationen als „offenes Erfahrungsangebot“
mit eigener Raum- und Zeiteinteilung konnten unterschiedliche
Bedürfnisse ausgelebt und bestimmte Bereiche gezielt ausgesucht
werden. Diese „selbstbestimmte Auswahl aus einer offenen
Angebotsstruktur“ sollte nach Verplancke Ziel einer noch
ausstehenden Ausstellungsdidaktik für Jugendmuseen sein.
(Jörg
Harbrecht)
Literatur
Buchczik,
Marie – Luise; Sinclair, Dianne,
Kaleidoskop, Das Werkstattmuseum für Kinder in Frankfurt am Main
(Studien zur Sozialarbeit und Sozialpolitik B. 33), Frankfurt 1991
Buchczik,
Marie – Luise; Sinclair, Dianne,
Kaleidoskop, Werkstattmuseum für Kinder in Frankfurt am Main, in:
Dagmar von Kathen (Hrsg.), Initiative Kinder- und Jugendmuseum, a.
a. O., S. 96 - 98
Kolb,
Peter Leo,
Das Kindermuseum in den USA: Tatsachen, Deutungen u.
Vermittlungsmethoden, Ein Beitrag zur vergleichenden
Museumspädagogik, Frankfurt 1983
Rumpf,
Horst,
Dieses Brausen in der Halle, Eindrücke im Frankfurter Ostend, in:
Marie – Luise Buchczik; Dianne Sinclair, Kaleidoskop, a. a. O.,
Frankfurt 1991, S. 23 - 26
Staudte
(Sievert), Adelheid,
Lebendiges Lernen im Museum, in: Wolfgang
Beeh; Hessisches Landesmuseum Darmstadt (Hrsg.), MuseuMuseum, a.
a. O., S. 21 – 28
Staudte
(Sievert), Adelheid,
Werkstatt, Atelier, Erfahrungsraum, Was ein Kindermuseum mit einem
Museum zu tun hat, in: Marie – Luise Buchczik; Dianne Sinclair,
Kaleidoskop, a. a. O., Frankfurt 1991, S. 13 - 16
Verplancke,
Philip, Bauhelm
auf und los!, Ein Besuch auf der Mitmach – Baustelle, in: Marie
– Luise Buchczik; Dianne Sinclair, Kaleidoskop, a. a. O.,
Frankfurt 1991, S. 27 – 34
Verplancke,
Philip,
Die Ausstellung als offener Erfahrungsraum. Bausteine einer
Ausstellungsdidaktik eigenständiger Kinder- und Jugendmuseen, in:
Dagmar von Kathen; Wolfgang Zacharias (Hrsg.), Initiative Kinder-
und Jugendmuseum, a. a. O., S. 59 - 62
Zacharias,
Wolfgang,
Initiative Kindermuseum, ein neuer Kulturort im Trend der Zeit?, in:
Kunst und Unterricht Heft 181, Seelze 1994, S. 12-13
Zacharias,
Wolfgang, Suchen,
spielen, forschen, experimentieren, Lernen im Kinder- und
Jugendmuseum, in: Ilka Gropengießer (Hrsg.), Schule, a. a. O., S.
110 – 112
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